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Mama die Blåbärssoppa ist alle wir müssen wieder nach Schweden fahren
(Schweden 1995) Ulf unser älterer von zwei Söhnen (5 und 2 Jahre) hing uns seit Mitte Juli mit diesem
Satz in den Ohren. Als selbständige Jungunternehmer wussten wir nicht, ob wir in diesem Jahr überhaupt in Urlaub fahren können. Eine Urlaubsplanung war somit nicht möglich und eine Pauschalreise mit Kindern in Form
von Last-Minute-Flügen kam für uns nicht in Frage. Somit haben wir uns entschlossen im Fall der Fälle nach Schweden zu fahren - übrigens zum fünften Mal in sieben Jahren.
Mitte August stand von heute auf morgen fest: wir können vier Wochen in Urlaub fahren. Wir haben
innerhalb eines Tages unsere Aufträge abgeliefert, unsere Ausrüstung ergänzt, eine Angel für den Großen gekauft und das Auto gepackt, ausgerüstet für alle Eventualfälle mit
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Raukar auf der Insel Fårö bei Gotland
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Campingausrüstung und Bettwäsche für Jugendherrbergen und Hütten (siehe Karte).
Am nächsten Morgen fuhren wir in unserer Abenteuer. Das einzige, das wir wussten war, dass
wir nach Schweden fahren wollen und - wenn möglich - nach Gotland, einer in der Ostsee liegenden Insel. Gebucht hatten wir nichts - keine Fähre keine Hütte, einfach nichts.
Um Wartezeiten am nächsten Morgen zu umgehen, haben wir am Autobahn-Rasthof
Hamburg-Stilhorn zum Glück unsere Fähre gebucht. Dort haben wir erfahren, dass unsere Fähre zwei Stunden früher als gedacht fährt. Einen weiteren Wartetag in Deutschland hätte uns
unser Sohn kaum verziehen. Bei der Fährverbindung haben wir die TT-Linie zwischen Travemünde und Trelleborg gewählt. Sie ist zwar etwas teurer als die Vogelfluglinie, spart
dafür aber rund 300 km und damit viele Stunden Autofahrt. Unter der Woche ist die vorzeitige Buchung der Fähre, für die Reisebüros oft hohe Buchungsgebühren verlangen, nach unseren Erfahrungen kaum erforderlich.
Übernachtet haben wir dieses Mal, nicht wie in den letzten Jahren auf einem Campingplatz in
Travemünde, sondern bei Freunden in Bad Oldesloe, das hatte den Vorteil, dass wir am nächsten Morgen nicht noch früher aufstehen mussten um Zelte abzubauen und das Auto zu packen.
Der Große war am nächsten Morgen ganz aufgeregt und wollte sofort auf die Fähre. Sieben
Stunden durften die Kinder jetzt auf der Fähre spielen und mussten nicht beengt im Auto sitzen. Wir fanden jetzt endlich Zeit,
unseren Urlaub wenigstens in groben Zügen zu planen, sofern dieser spontane Urlaub überhaupt planbar war. Am frühen
Nachmittag, nach dem für uns schon traditionelle Kaptains-Büfett auf der Fähre, war der Spaß für die Kinder leider vorbei.
Vom Spielen völlig erschöpft sanken beide in Ihre Sitze und schliefen noch bevor wir Trelleborg verlassen hatten. Hatte es
morgens in Deutschland noch geregnet, so fuhren wir jetzt bei einem Bilderbuchwetter entlang der schwedischen
Ostseeküste nach Osten, auf den Spuren Nils Holgersons ganz nahe an Väst-Vemmenhög vorbei, dem Ausgangspunkt des Wichtels Reise.
Nils Holgerson, der von Selma Lagerlöf als Geographiebuch für die Schule geschrieben wurde, sollte uns auf unserer Reise noch häufig begegnen. Viele Orte die wir besucht haben, haben
wir für unsere Kinder mit den Geschichten aus Nils Holgerson vorbereitet und nachher noch einmal vorgelesen. So war für den älteren immer ein bisschen Spannung vorhanden, inwieweit
die Erzählungen mit den Originalschauplätzen übereinstimmten.
Über Kåseberga, wo wir das “Wikingerschiff”, eine riesige aus der Eisenzeit stammende
Grabstätte in Schiffsform besichtigten, die über Steilküste liegt und das Glimmingehus, in dem der kleine Nils Holgerson die schwarzen Ratten vor den grauen Ratten gerettet hat, fuhren wir
nach Ronneby in Blekinge wo wir in der Jugendherberge in Schweden Vandrarhem genannt, übernachtet haben.
Schwedische Jugendherbergen sind nicht mit denen in Deutschland zu vergleichen. Hier treffen
sich alle Generationen, vom Säugling bis zu den Senioren. Auch eine Geschlechtertrennung gibt es hier nicht. Die Jugendherbergen befinden sich häufig in historischen Einrichtungen, wie
z.B. einem alten Segelschiff in Stockholm oder alten Kramerläden. Die Zimmer sind geräumig und als Familie haben wir bisher immer ein eigenes 4-Bett-Zimmer bekommen, auch wenn wir
nur 3 Betten benötigt haben, da wir unseren Kleinen lieber auf eine Isomatte legten, weil wir Angst hatten, dass er aus dem Bett fallen könnte.
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Kleine 2-Betten-Hütte einer Jugendherberge in Rommeleåsen
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Wir hatten uns abends entschlossen in dieser, uns noch unbekannten Ecke
Schwedens zu bleiben. Deshalb sind wir am nächsten morgen, nach einem hervorragendem Frühstücksbüfett in der Jugendherberge, erst einmal zur
Touristen-Information gegangen. Hier wollten wir uns eine Hütte, möglichst in der Nähe eines Gewässers für eine Woche mieten. Wir hatten uns das Limit gesetzt,
dass wir für die Hütte nicht mehr als 150,- Euro in der Woche zahlen wollten. Die Auswahl an Hütten in dieser Preiskategorie war entgegen unseren bisherigen
Erfahrungen in anderen schwedischen Regionen hier in Blekinge sehr gering.
Als wir uns schließlich für eine Hütte entschieden hatten, wurde uns zu unserem
Erstaunen mitgeteilt, dass es zwar ein Verzeichnis der zu vermietenden Häuser von ganz Blekinge gibt, dass man diese Häuser aber nicht zentral Buchen kann. Für die
Hütten die wir mieten wollten hätten wir, da wir im Zuständigkeitsbereich von Ronneby nicht entsprechendes gefunden hatten, in einem Fall 30 km zurück nach
Karlshamn fahren müssen oder im anderen Fall 30 km weiter nach Karlskrona.
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Essen im Garten mit Filmjölk und Blåbärssoppa
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Wir haben uns für Karlskrona entschieden. Dort haben wir uns eine Hütte in Torhamn bekommen, für 230,- DM in der Woche, ein Preis von dem man nur Träumen kann, wenn man in Deutschen Reisebüros bucht. Die Hütte
hatte zwar keine Dusche, dafür aber WC im Haus, warmes Wasser, Herd, Kühlschrank und was für uns sehr wichtig war, zwei große Räume. Der Ostseestrand ist keine 400 Meter entfernt und Einkäufe können wir zu Fuß
machen, was bei preiswerten Hütten nicht oft der Fall ist.
Nachdem wir uns die Bronzefigur von Karl XI der Nils Holgerson durch die
ganze Stadt verfolgt hatte auf dem Marktplatz angesehen hatten, mussten wir uns auch die Armenkasse, den Gubben Rosebom vor der Admiralitätskirche ansehen, der Nils Holgerson vor Karl XI versteckt hatte.
Der originale Gubben Rosebom, ein großer Mann aus Holz, dessen Hut sich nach hinten klappen lässt damit Geld in den hohlen Kopf geworfen werden kann, steht nicht mehr vor sondern in der Admiralitätskirche, der
größten Holzkirche Schwedens.
Unsere Kinder waren von den Parks, den Spielplätzen an denen wir vorbei kamen ebenso begeistert wie von Gubben Rosebom und dem malerisch gelegenen Marinehafen mit Kriegs- und alten Segelschiffen. Auf diese
Weise kommen sowohl die Eltern als auch die Kinder auf ihre Kosten. Nur eines muss man haben - viel Zeit.
Den Schlüssel für unsere Hütte haben wir beim Vermieter, der ein paar
hundert Meter weiter weg wohnte nachmittags abgeholt. Das erste, was wir nach dem Auspacken an unserer Hütte machen mussten, war Angeln gehen. Es war einer der größten Wünsche meines Sohnes für diesen
Urlaub. In Schweden braucht man für das Angeln keinen Angelschein und am Meer sowie an den fünf größten Seen Schwedens ist es kostenlos. An allen anderen Gewässern muss eine fiskkort, eine Angelerlaubnis gelöst
werden. Die Preise sind je nach Region und Fischgewässer verschieden und Kosten im Schnitt ca. 15,- Euro pro Woche. Während Ulf stolz angelte hat der Rest der Familie gebadet.
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Geburtstagsfeier im Barnens Gård
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Am kommenden Morgen stand erst einmal der 2. Geburtstag von unserem Sohn Per auf dem Programm. Mittags sind wir in den Barnens Gård vor den Toren Karlskronas gefahren.
Das ist ein besonderer Freizeitpark für Kinder. Das merkt man schon daran, dass Kinder doppelt so viel Eintritt bezahlen wie die Erwachsenen. Hier können Kinder auf Mähdrescher
und Traktoren herumklettern und von diesen mit Großen Rutschen herunter rutschen. Es gibt Trettrecker und ein Parcours mit Elektroautos, Kutschfahrten und Ponyreiten, einen
Streichelzoo mit Eseln, Schafen, Ziegen, Hühnern und Meerschweinchen. An einem Kuhmodel kann jeder seine Melkfertigkeiten ausprobieren. Für ältere Kinder gibt einen
Kletterparcours der durchklettert werden soll, ohne dass der Boden berührt wird.
Wir saßen mit vielen anderen Eltern auf einer Terrasse mit Blick über das Gelände. Unsere
beiden Kinder kamen nur hin und wieder vorbei um etwas zu trinken. Ansonsten spielten sie alleine oder mit schwedischen Kindern. Zwischen Kindern scheint es kaum Verständigungsprobleme zu geben.
Abends waren wir am Strand von Torhamn in der Ostsee baden. Wie viele Badestrände an
Schwedens Seen ist auch der von Torhamn steinig. Für Kinder wurde deshalb ein durch einen Steg abgegrenzter sandiger Bereich geschaffen. Schwimmen konnte man am Ende
des Stegs im tiefen Wasser. Aufgrund der Tangbelastung und dem damit verbundenen Geruch sowie der Quallen, die hier immer wieder herumschwimmen, ist das Baden in der Ostsee eine manchmal zweifelhafte Sache.
Obgleich die Schären um Karlskronas eine besonders schöne und reizvolle Landschaft bilden, ist das Vergnügen in dieser
Region im wahrsten Sinn des Wortes für Ausländer begrenzt, da es Militärisches Sperrgebiet ist. Als Ausländer muss man
in der Nebensaison bei der Polizei in Karlskrona eine Besuchererlaubnis für die meisten Schären einholen. Das war uns zu
Aufwendig und deshalb stand der nächste Tag ganz im Zeichen der Erkundung der näheren Umgebung..
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Steinzeitliche Felszeichnungen
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In der Umgebung unserer Hütte gab es ein Naturschutzgebiet, das der Erhaltung alter kleinflächiger landwirtschaftlicher
Bewirtschaftung diente. Während wir uns mit den Pflanzen beschäftigten, hatten die Kinder ihren Spaß auf alten
Steinmauern herumzuklettern und in den Ruinen alter Häuser nach verborgenen Schätzen zu suchen. Ganz in der Nähe und
problemlos über Waldwege zu Fuß erreichbar waren auch Steinzeitliche Felszeichnungen. Von den vielen Schiffen, Pferden
und Rentieren die dort in den Fels geritzt und zur besseren Veranschaulichung mit roter Farbe nachgezeichnet waren, war nicht nur unser Sohn begeistert.
Auf der Touristeninformation in Karlskrona hatten wir erfahren, dass am Sonntag ein großer Heimattag im Freilichtmuseum
auf der Insel Vämö ein großer Heimattag stattfindet. Gegen Mittag machte sich ein großer Zug vom Zentrum aus tanzend in
Richtung Museumsinsel auf, um dort den “Hembygdensdag” zu beginnen. Wir zogen es allerdings vor, gleich mit dem Wagen zur Insel zu fahren und dort zu parken.
Das Freilichtmuseum war festlich geschmückt und alle Gebäude waren geöffnet und man erhielt so einen Einblick in die
früheren Bau- und Lebensweise der Menschen in der Region von Karlskrona. Vor einigen Hütten hatten Handwerker Stände
aufgebaut, um traditionelles Handwerk zu zeigen. So gab es Spinnerinnen, Korbflechter und zur Freude der Kinder einen
Schmied, der Messer und Leuchter anfertigte. Darüber hinaus gab es Verkaufstände mit schönen, schwedischen Handarbeiten. Birkenkörbe und Taschen, Schmück, Holzarbeiten sowie Web- und Strickarbeiten. Die Stände
unterschieden sich deutlich von denen in Deutschland, wo häufig Sachen “Made in China” angeboten werden. Hier gab es nur original Schwedisches Kunsthandwerk.
Natürlich durfte auch nicht das leibliche Wohl vergessen werden. Von den gebratenen Heringen auf Brot mit einem dunkeln,
alkoholarmen Bier dazu schwärmen wir heute noch. Nachdem wir uns alles genau angesehen und natürlich auch gekostet
hatten, besuchten wir die Aufführungen der einzelnen Volkstanz- und Schauspielgruppen der Umgebung. Auch hier hatte man die Qual der Wahl. An dem einen Ende gab es Heimatchöre und gemeinsame
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Tanzgruppe am Hembygdensdag in Karlskrona
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r Gesang, am anderen Ende des Freilichtmuseums zeigten die Tanzgruppen ihr Können. Dazwischen an idyllischen Ecken konnte man dem traditionellen Spiel schwedischer
Spielmannsleute zuhören. Uns sagte das Programm der Volkstänze am meisten zu. Auch unsere Kinder waren begeistert, als sie die bunten zum Teil in alten Trachten auftretenden Gruppen sahen. Auf dem Festplatz
herrschte eine großartige Stimmung. Zu vielen Tänzen klatschte das Publikum. das um die Tanzfläche herum auf den Boden saß, begeistert im Takt.
Am Abend diese langen, wunderschönen Tages waren unsere Kinder
dennoch nur schwer zu bewegen heim in die Hütte zu fahren und unser Großer meinte: “Gell Mama, nächstes Jahr gehen wir wieder hierher?”
Nach diesem kulturellen Tag hatten wir für den nächsten Tag mehr an Natur
und Spiel für die Kinder gedacht. Da Schweden kein Land der kurzen Wege ist, hatten wir uns entschlossen eine längere
Fahrt an die Grenze zu Småland zu machen. Hier gibt es eine phantastische Gartenanlage, den Blomstergården von
Göljahult. Es handelt sich hier um einen Garten, der von einem Bauern in mühsamer Arbeit dem rauen Boden Smålands abgerungen wurde.
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Ein Trollhaus hinter einer Fichtenallee im Göljahult an der Grenze zwischen Blekinge und Småland
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Die Anlage war größer als wir dachten und was uns überraschte waren die vielen kleinen Pavillons, Miniaturhäuschen und Szenen aus der Sagen- und Geschichtswelt Schwedens,
die hier zwischen den blühenden Rabatten verteilt waren. Unsere Kinder waren restlos begeistert. Während sich Per mehr mit den Enten unterhalten wollte, zog Ulf es vor, seinen
Eltern hinter Findlingssteinen aufzulauern und sie durch Monsterschreie zu erschrecken. Nach einem ausgiebigen Rundgang kamen wir zu einer Cafeteria. Dort fand dann ein
ausgiebiges Familienmahl mit Kroppkakor, Sandwich und natürlich Kaffee für die Eltern statt.
Nach dieser anschließenden Stärkung ging es zum Spielplatz, der für die Kleinen
Besucher in Blomstergården errichtet worden war. Außerdem gab es hier n0ch einen kleinen Streichelzoo. Für uns ist es immer wieder verblüffend, wie gut es den Schweden
gelingt die Bedürfnisse der Erwachsenen mit denen der Kinder zu verbinden. Egal ob in einem Stadtpark, Museum oder sonstigen Freizeitanlagen an einen Spielplatz ist immer
gedacht worden. Die Kinder hatten auf diesem Spielplatz von Blomstergården viel Spaß zunächst mit einem trägen Hängebauchschwein, dann auf der Schaukel und krönender
Abschluss war eine mit Strohgefüllte Scheune, in dem man sich mit einem Seil hineinplumpsen lassen konnte.
Am Abend waren wir von den Eindrücken recht müde und beschlossen daher die letzten
Tage in Blekinge etwas ruhiger angehen zu lassen.
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Hafen von Kristianopel an Schwedens Ostküste
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Nach einem gemütlichen gammeligen Vormittag im Garten unserer Hütte, gingen wir noch ein Stück durch den Wald und sammelten Beeren, die es Ende August hier in Hülle und Fülle
gab. Nachdem es windiger wurde und es nahe der Hütte keinen geeigneten Platz zum Drachensteigen gab, entschlossen wirb uns in das nahe gelegene Kristianopel zu fahren, einer idyllischen schwedischen
Kleinstadt, die vom Dänenkönig Christian als Festung gegründet wurde.
Von den einstmals trutzigen Festungswällen sind nur noch ca. 2 Meter
hohe Mauerreste übrig geblieben, die heute einen Campingplatz umschließen. Wir umwanderten die ganze Umrandung und hatten so einen phantastischen Ausblick auf die ganze Ostseebucht. Anschließend konnten
wir auf einem der Plätze innerhalb der Mauern unseren Drachen steigen lassen. Bei blauen Himmel und gutem Wind ein wunderbares Erlebnis. Nachdem unsere Jungen Hunger und Durst verspürten, suchten wir uns in
einem historischen Wirtshaus einen Platz für einen Kaffee-Plausch, bevor es entlang der Ostsee-Küste heimwärts ging.
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Am Laxens hus (Lachshaus) am Fluß Mörrum, einem der großen Lachsflüsse Schwedens
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An unserem letzten Tag in Blekinge haben wir das Lachsmuseum in Mörrum mit seien Meterlagen Aquarien besucht und sind nach einer Wanderung entlang des Mörrum, eines
der lachsreichsten Gewässer Schwedens nach Karlshamn zu einem Stadtbummel gefahren.
Da sich unsere Tage in Blekinge dem Ende zuneigten, mussten wir nun die weitere Route
planen. Ursprünglich haben wir vorgehabt nach Gotland zu fahren. Doch stellte sich bei genauerer Planung heraus, dass die Fähren in der Nebensaison kurz nach Mitternacht in
Visby ankommen. Für Alleinreisende sicher kein Problem, doch ist eine Nacht im Auto mit zwei Kindern alles andere als romantisch.
So warfen wir diese Idee über Bord, nahmen uns die Karte von Schweden vor und
beschlossen kurzerhand über Småland nach Västergötland, dem Gebiet zwischen den beiden großen Seen, zu fahren. Einerseits bedauerten wir die Abreise aus Blekinge einer
sehr schönen Landschaft, andererseits störte uns das Ausgesperrtsein von bestimmten Gebieten sehr. Für uns ist es daher unwahrscheinlich nochmals hierher zurückzukommen,
obgleich wir sicher noch nicht alle interessanten Sehenswürdigkeiten dieser Region erlebt haben.
Nachdem die Hütte aufgeräumt, geputzt und der Schlüssel dem Hauswirt zurückgegeben
wurde ging es nun Richtung Norden zum Glasreich. In diesem Gebiet, das zu Småland gehört, gibt es eine Vielzahl renommierter Glashütten. Orrefors, Boda, Kosta um nur einige
zu nennen. Fast alle haben Fabrikverkauf und man kann hier zu recht günstigen Preisen Gläserne Schönheit erstehen. Für
die Kinder gab es auch hier interessante Spielplätze, so dass sich die Eltern dem Glas und die Kinder ihrem Spaß zuwenden konnten. Ein Besuch dieser Hütten ist lohnenswert.
Nach einer kurzen Mittagsrast ging es weiter bis nach Vimmerby. Die Tage zwischen den einzelnen Hüttenbuchungen
zeichnen sich leider oft durch sehr lange Autofahrten aus, doch zum Glück gibt es unterwegs immer wieder interessante Rastplätze und Sehenswürdigkeiten, die die Fahrt angenehm unterbrechen.
In Vimmerby wollten wir eigentlich in der Jugendherberge übernachten, doch hatten wir übersehen, dass es sich hier um
eine Sommerherberge handelt, die Mitte August schließt. Die nächste Herberge war ca. 30 Kilometer weit entfernt, doch
hatten wir nach der langen Fahrt keine Lust auf eine weiterte Fahrt. Da das Wetter angenehm war, es zogen zwar einige
Wolken am Horizont auf, fuhren wir kurzerhand zum nahe gelegenen Campingplatz und buchten eine Übernachtung. Zum
Glück hatten wir unser Zelt und die Schlafsäcke dabei, so dass es kein Problem war, hier zu übernachten. Für unsere Söhne
bedeutet dies nur ein Urlaubsabenteuer mehr. Nach einem gemütlichen Picknick am See des Campingplatzes, unternahmen wir noch eine kleine Wanderung, um anschließend das Zelt aufzubauen.
Unsere Kindernutzten die Zeit und schlossen Freundschaft mit einigen Kindern, die sie am Spielplatz des Campingplatzes
kennen gelernt haben. Es waren meist Deutsche, die hier mit ihren Eltern den großen Freizeitpark “Astrid-Lindgrens-Värld”
wollten. Hier sind all die beleibten und bekannten Figuren aus Astrid Lindgrens Büchern anzutreffen. Man kann hier die Villa
Kunterbunt, die Mattis Burg, das Rosental der Brüder Löwenherz und vieles andere mehr besuchen. Aus Zeit- und
Finanzgründen verzichteten wir allerdings auf einen Besuch, da der Eintritt nicht billig ist. Abends wollten unsere Kinder
daher kaum in den Schlafsack, denn man hatte nicht oft die Gelegenheit Landsleute zu treffen und ihnen all die bisherigen Urlaubsabenteuer zu berichten.
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Der Nord, der Mittel- und der Südhof in Sevedstorp allias Bullerbü
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Die Nacht verlief ohne besondere Störungen und wir brachen am nächsten Morgen rasch auf, da sich das Wetter erheblich verschlechtert hatte.
Unser nächstes Ziel hieß Sevedstorp, das als Schauplatz der Verfilmung
des Buchs von Astrid Lindgren “Wir Kinder aus Bullerbü” bekannt geworden ist. Es ist ein hübsches kleines Dorf, mit einem großen Baum, der zwar nicht ganz der großen Linde im Buch entspricht, doch hatten
unsere Kinder hier dennoch ihren Spaß, da man hier toben schaukeln, auf einen Heuboden klettern und Schweine füttern konnte. Da die Häuser im
Dorf Privat sind, sollte man allerdings auch die Privatsphäre der Einwohner respektieren und sich entsprechend verhalten. Da die Kaffeestube in der
Nebensaison geschlossen hatte, fuhren wir bald in Richtung Gibberyd alias Katthult, dem Drehort von Michel aus Lönneberga.
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Hohle Esche in “Bullerbü”
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Unser ältester Sohn war recht aufgeregt, denn das Buch von Astrid Lindgren “Michel aus Lönneberga” gehört zu seinen Lieblingsbüchern. Insgeheim hoffte er, dass er vielleicht
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Das Haus von Michel aus Lönneberga in Gibberyd allias Katthult
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Michel persönlich antreffen könnte. Doch der war gerade unterwegs. Der Besuch war dennoch ein Erlebnis. Man konnte hier den Tischlerschuppen mit den Figuren besichtigen, den alten Kirschbaum, von dessen
Kirschen Michels Mutter so guten Wein machte und natürlich die Trissebude.
Die Gebäude selbst konnten nicht besichtigt werden, doch
gab es hier einen sehr hübschen Laden mit Andenken an Michel und seine Familie sowie hübschem Kunsthandwerk. Wir erstanden hier Michels “Büsse”, unser Sohn war selig.
Nach einer kleinen Wanderung durch den småländischen Wald fuhren wir nach Västergötland, dem Gebiet zwischen dem Vänern und Vättern See, denn wir mussten noch eine Übernachtung organisieren.
Nach einer längeren Autofahrt kamen wir in Skara, einer
ehemaligen Bischofsresidenz an. Wie gewohnt gingen wir zunächst auf das Touristenbüro, um eine Hütte für die nächsten Wochen zu organisieren. Doch gab es hier zunächst Probleme, da die Hüttenvermietung der
Region Västergötland noch nicht an das EDV-Netz angeschlossen ist, im Gegensatz zu Småland oder Bohuslän. Darüber
hinaus wollte man nur von Samstag auf Samstag vermieten. Wir waren darüber sehr ärgerlich, doch kam man uns nach
einigen Diskussionen entgegen. Die Mitarbeiter in den Touristenbüros sind äußerst freundlich und hilfsbereit, doch können
auch sie oft wenig gegen bestehende Vorschriften ausrichten. Am Ende hatten wir dennoch eine preiswerte Hütte (280,-
DM/Woche) in der Nähe von Lidköping gefunden, in der wir die restlichen zwei Wochen bleiben wollten.
Bei unserer Ankunft entpuppte sich die “Hütte” als überaus komfortable Drei-Zimmer-Unterkunft, die außerdem über eine
Dusche und eine gut eingerichtete Küche verfügte. Der Strand des Vänern See war rund 5 Minuten von unserem Haus
entfernt und zum Haus gehörte außerdem ein Obstgarten, dessen Früchte wir ernten durften. So hatten wir wieder einmal
das große Los gezogen. Nachdem wir uns häuslich eingerichtet hatten und den ersten Spaziergang zum Strand gemacht hatten, gingen wir schlafen. Zufällig fanden wir in der Hütte einen Hinweis, dass
diese Hütte in der Regel über einen deutschen Reiseveranstalter vermittelt wird. Als wir daheim waren stellten wir einen deutlichen Preisunterschied fest. Spontan reisen entpuppte sich
immer wieder als die preiswertere Alternative.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Lidköping zur Touristeninformation wo wir
uns Informationsmaterial über Västergötland holten, die es auch in deutscher Sprache kostenlos zur Verfügung stand. Auf dem Wochenmarkt haben wir uns preiswert mit frischen Lebensmitteln versorgt und
Spezialitäten des Landes wie Gebäck, Fisch oder Moltebeeren (das Gold des Nordens) probiert und gekauft.
Den verbleibenden Tag haben wir auf Spielplätzen, die wir auf einer kleinen
Wanderung entdeckt hatten und am Strand des Vänern verbracht. Das Baden war aber nur noch möglich, wenn man sich gleich nachdem man aus dem warmen Wasser kam gut abtrocknete.
Der Besuch des Schlosses Läckö beflügelte die Fantasie meiner Kinder. Dort wurde auf den Kanonen herumgeklettert und viel herumgerannt Während wir uns den Barockgarten aus
Gemüse- und Kräuterpflanzen angesehen haben. Auf eine Bootsfahrt durch die Schären des Vänern haben wir aufgrund des Bewegungsdrangs unserer Kinder verzichtet. Dafür haben wir
in Spiken ein idyllisches kleines Fischerdorf erforscht, mit seinen Kähnen die im Hafen standen und den vielen kleinen Räuchereien und vor allem den Eisverkäufern.
Auf dem Rückweg haben wir in Sunnersberg unser erstes Gräberfeld besucht. Von den
verschiedenen Gräbern aus der Stein- bzw. Bronzezeit waren nur die Hügelgräber gut zu erkennen. Dafür gab es auf dem Spaziergang über die Schaafweide viel Platz zum Toben.
Getobt haben wir auch später noch am Vänernstrand, wo wir aufgrund des zunehmend kälter werdenden Wetters zum letzten Mal beim Baden waren.
Ein weiterer Tagesausflug führte uns nach Husaby. Nach dem Besuch der Ruine des
ehemaligen Bischofssitzes mit einem wahren Labyrinth von Gängen, aus dem unsere Kinder nur schwer wieder herauszubekommen waren haben eine Kirche aus dem 10 Jhd. angesehen.
Die Einrichtung und die Wandmalereien waren sehr beeindruckend. Rund hundert Meter von der Kirche findet man die Quelle in der der erste christliche König
Schwedens im Jahr 1008 getauft wurde. Den Kindern gefiel nichts besser als Blätter in die Quelle zu werfen. Als eine Reisgruppe kam, sind wir fluchtartig aufgebrochen.
In Kinne-Kleva hatten wir dann Kontrastprogramm. Hier besuchten wir einen bronzezeitlichen Kultplatz. Die mit leuchtend
roter Farbe nachgezeichneten 350 Bilder von Schiffen, Tieren und Fruchtbarkeitssymbole waren beeindruckend. Besonders
der berühmte Axtgott hat es meinem Sohn angetan. Die Begeisterung war dann auch groß, als wir an einem windgeschützten Platz ein Picknick machten.
Nach einer kleinen Heidewanderung in Österplana haben wir den Kinnekulle bestiegen, der nach Nils Holgerson früher den
Riesen als Sitz diente. Leider war der Aussichtsturm geschlossen. Trotzdem hatten wir eine sehr schöne Sicht auf den tief unter uns liegenden Vänern.
Die Kirche in Västerplana aus den 11. Jhd. interessierte unsere Kinder nicht mehr. Wir durften sie ansehen während sie im
Auto ihre Kassette hörten. Die Zwillings-Runensteine von Källby lockten da schon mehr. Die wollte Ulf unbedingt aus der Nähe sehen.
Am darauf folgenden Tag sind wir etwas kürzer getreten. Nach einem Besuch des Geologischen Zentrums in Lidköping, wo
Ulf eine Dinosauriergeschichte nach der Anderen vom Computer abrief haben wir am Ufer des Vänern und auf dortigen Spielplatz im Sand und am Wasser gespielt.
Nach einer kurzen Besichtigung des Doms in Skara haben wir das örtliche Museum besucht. Das Museum hat mit einer
exzellenten Multimediaschau, die Welt und das Leben in der Bronzezeit dargestellt. Im Zentrum des Geschehens stand ein
Fund von zwölf Bronzeschildern und der Fruchtbarkeitskult um die Felszeichnungen, die wir vor zwei Tagen gesehen hatten.
Von dieser Darbietung waren wir alle mehr als begeistert. Das Museum war auch in anderen Belangen einzigartig. So
gehörte es zu den Aufgaben des Personals, die Besucher anzusprechen um ihnen das Museum und die Ausstellungen zu
erläutern. So wurde z.B. das mit sehr einfachen Mitteln versucht das Leben im Mittelalter sehr plastisch darzustellen. Aus
der Sprach- und Musikabteilung, die mehr als 10.000 Titel typisch västergötländischer Musik verwaltet, sind wir fast nicht
mehr herausgekommen. Hier wurden wir beraten und haben die ganze Palette dieser Regionalen Musik anhören dürfen.
Auf Wunsch hätten wir sogar eine Musikkassette mit den von uns gewünschten Musiktiteln für einen kleinen Unkostenbeitrag
bespielt bekommen. Die Kinder haben sich in der Zwischenzeit am Computer sowie in der Werkabteilung mit einem Bauernhof mit geschnitzten Tieren und Menschen vergnügt.
Bei dem anschließenden Besuch der Zisterzienserkirche in Varnhem kamen auch unsere Kinder auf ihre Kosten. Während
wir uns das Kircheninnere angesehen haben, haben unsere Kinder in der Klosterruine, bei der die Grundmauern der
ehemaligen Gebäude rund ein Meter hoch restauriert waren, fangen und verstecken gespielt. In dem sehr gut erhaltenen Kräutergarten haben wir uns später alle wieder getroffen.
Am kommenden Tag nutzten wir die letzte Möglichkeit um Ekehagens Forntidsby zu besuchen. Dieses Vorzeitdorf schließt nämlich Anfang September seine Pforten. Auf
dieses Vorzeitdorf haben wir uns mit einer kurzen Rast in Luttra und in Vårkumla eingestimmt, wo wir zwei gut erhaltene Ganggräber besichtigten. Die Kinder nutzen diese gewaltigen Steinplatten als Kletterfelsen.
Das Vorzeitdorf bringt den Besuchern die Stein- und Bronzezeit auf wirklich
unvergessliche Weise näher. Gleich hinter dem Eingang werden die aus der Steinzeit bekannten Futter, Heil- und Färbepflanzen gezeigt. Von dort kommt man in ein
Steinzeitdorf aus der Jäger- und Sammlerzeit das an einem kleinen See liegt. Die Hütten sind zum Teil von Schulklassen belegt, die das Steinzeitleben erfahren wollen. Auf dem
Feuer wird gerade das Mittagessen vorbereitet, das Essen wird mit Klingen geschnitten, die man sich vorher aus dem Feuerstein schlagen muss. Andere Kinder zu denen sich Ulf
auch gleich gesellt, versuchen einen Einbaum mit einer Steinaxt auszuhöhlen. Ein paar Meter weiter versuchen andere Kinder ein Fell zu gerben oder im See Fische mit dem
Speer zu angeln. Alle Kinder sind einfach begeistert, mein Sohn ist mitten unter ihnen.
Gleich um die Ecke im Wald erlebt man die Bauernsteinzeit. Hier findet man mit
Dornenzweigen abgegrenzte Äcker, die von Kindern mit Holzhacken bearbeiten werden, und Viehkoppeln mit Schweinen die gut gefüttert werden. Im Zentrum steht ein großes mit
Hecken eingezäuntes Langhaus. Draußen wir gerade das Fleisch in einem Erdloch gegart. Eine andere Gruppe versucht mit einem “primitiven” Steinbohrer ein Loch in eine Steinaxt zu bohren. In dem
Langhaus brannte die Feuerstelle und die Schüler haben auf einem Stein Körner gemahlen. Aus dem Mehl, Wasser und
Honig wurde ein Teig geknetet, die als dünne Fladen auf einem heißen Stein an der Feuerstelle gebacken wurden. Meine Kinder waren mitten unter den Kindern der Schulklasse und machten begeistert mit.
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Haus aus der Bronzezeit in Ekehagens Forntidsby
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Auf einem kleinen Pfad zu einem anderen Langhaus hatten wir die Möglichkeit unsere Geschicklichkeit als Fallensteller auszuprobieren. Das Auslösen der Fallen war nicht das Problem sondern das anschließende
wiederaufbauen.
Das Haus aus der Bronzezeit steht auf einer größeren Freifläche. Hier sind
die Wohnräume und die Ställe unter einem Dach. Vor dem Haus ist eine Gießerei in der man Bronze herstellen und in Formen gießen kann. Mit Pfeil und Bogen kann man auf Tierfelle schießen und mit Holzpflügen und
Holzhauen den Acker bearbeiten. Ulf war begeistert. Wir waren die letzten die das Vorzeitdorf verlassen haben und sind über eine Käsefabrik in Falköping wieder zurückgefahren in unserer Hütte.
Über ein kleines Gräberfeld in Lundby sind wir nach Ekornavallen gefahren
hier ist ein rund 10 ha großes Gräberfeld mit Gräbern aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit mit verschiedenen
Gräberformen und Steinsetzungen. Bei regnerischem Wetter sind die Kinder über die als Schafweide genutzte Fläche
gerannt. Am faszinierenden waren die großen Steinhügel und die Ganggräber. Sie dienten den Kindern als Haus und als
Kletterfelsen. Der anschließende Besuch der Hafenstadt Hjo am Vättern war enttäuschend. Die Stadt hatte nicht das zu bieten, was die Prospekte angekündigt haben.
Bei schönem Wetter haben wir den Wochenmarkt und die Altstadt von Lidköping besucht, die zu Beginn des Jahrhunderts
den großen Stadtbrand (Holzhäuser) überstanden hat. Trotz der großen Zerstörung durch den Brand findet man immer
wieder Ecken, die vom Brand verschont blieben. Meist haben sich hier Künstler angesiedelt, die dem ganzen noch eine
zusätzliche Atmosphäre verleihen. Von einer Frau, die wir zufällig getroffen haben und die lange in Deutschland gelebt hat, wurden wir durch das Künstlerviertel geführt.
Bei strömendem Regen fiel unseren Kindern die Decke auf den Kopf. Wir haben uns daher entschlossen zum Halle- oder
Hunneberg einem der elchreichsten Gebiete der Welt zu fahren. Je weiter wir nach Westen kamen desto stärker regnete es.
Der Runenstein Sparlösa, der in einer überdachten Halle steht mit Figureneinritzungen und Inschriften aus zwei völlig unterschiedlichen Runen-Alphabeten, kam uns daher als Rast sehr willkommen.
Der Halleberg der nach Nils Holgerson als Rastplatz von Riesen geschaffen wurde war leichter zu erreichen. Deshalb haben
wir uns entschlossen dort, auch bei stöhnendem Regen eine Wanderung zu machen. Bei dem Regen haben sich auch die
Elche nicht aus ihren Schlupflöchern gewagt. Als wir nach zwei Stunden Regenwanderung durch die umliegenden Wälder
relativ feucht zum Auto zurückkamen, hatten wir jedenfalls keinen Elch zu Gesicht bekommen. Wir zogen uns trockene Kleider an und sind weiter nach Uddevalla ins Bohuslän Museum gefahren.
Das Museum, in dem das Leben der Region von der Steinzeit bis heute dargestellt wurde, in dem Dioramen die typischen
Lebensräume der Tiere darstellten, in dem Kunst aus verschiedenen Epochen dargestellt wurden war genau das richtige für
meine Kinder. Es waren auch in einem kleinen Fischerdorf ein alter Fischkutter und ein Ruderboot ausgestellt. Meine
Kinder waren bald auf dem Fischkutter mit den anderen Kindern verschwunden. Wir haben uns das ganze Museum in aller
Ruhe angesehen. Nachdem meine Kinder immer noch nicht mitkommen wollten haben wir im gemütlichen Museumskaffee
eine Kleinigkeit gegessen und Kaffee getrunken und uns mit Kongressteilnehmern über eine frühe Frauenrechtlerin
unterhalten. Erst als in einigen Abteilungen abends die Lichter ausgingen waren meine Kinder widerwillig bereit das Museum zu verlassen.
Der kommende Morgen brachte einiges an Überraschungen für uns. Im Reisebüro wo wir uns wegen der Rückfahrt nach
Deutschland erkundigten haben wir erfahren, das die Rückreise mit der Stena-Line von Göteborg nach Kiel weniger als
Hälfte der Buchungskosten in Deutschland kostet. Der Haken an der Geschichte war nur, dass die preiswerten Tage am
Mittwoch enden, bei der Buchung von Deutschland aus erst am Donnerstag. Aber selbst der teure schwedische
“Wochenendtarif” war noch preiswerter als der preiswerte deutsche “Wochentarif”. Da die Fähre am Mittwoch nach der
Auskunft des Reisebüros bereits ausgebucht war, sind wir bei regnerischem Wetter kurzerhand nach Göteborg gefahren.
Am Terminal der Stena-Line haben wir auch tatsächlich noch eine Passage für die Rückfahrt bekommen, die in der
Zwischenzeit storniert wurde. Nach einem Stadtbummel durch Göteborg und seine Museen fuhren wir wieder zurück.
Bei Regen und kaltem Wetter haben wir letzte Einkäufe gemacht, große Mengen Blåbärssoppa und Filmjölk sowie
Mitbringsel gekauft und dann ein letztes Mal in diesem Urlaub auf dem Spielplatz am Ufer des Vänern gespielt.
Nachdem das Auto gepackt und der Schlüssel abgegeben war, haben wir bei zunehmend besser werdendem Wetter
Lidköping einen früher Tag als ursprünglich geplant verlassen.
In Brobacka haben wir die Gletschermühlenfelder besucht, von Gletschern glatt gehobelte Felsvertiefungen. Wir kletterten in
den Felsen herum, ruhten uns am See aus und rundeten das ganze mit einem Picknick ab. Die preisgekrönte Stadt
Alingsås fand nicht die allgemeine Zustimmung bei den Kindern. Ein Eis und ein zweites Picknick im Park versöhnte sie aber etwas.
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Abschied von Schweden: Schären vor der Küste Göteborgs
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In Nääs haben wir, wie Nils Holgerson vor seiner Heimkehr, das Schloss besucht. Ein Angler, der einen Barsch nach dem anderen aus dem See holte war eine hier die große Attraktion. Bei einer kleinen Wanderung an
See und in dem Park ließ die Zeit viel zu schnell verstreichen. Wir kamen dann gerade rechtzeitig zur Beladung der Fähre nach Göteborg. Mit der Stena-Line sind wir über Nacht von Göteborg nach Kiel gefahren. Das
spart einen Tag im Auto (ca. 600 km) und eine Übernachtung auf einem Zeltplatz oder in einer Jugendherberge.
Nach einem Zwischenstop bei Freunden und Daumen- und Zehenreiben
bei Till Eulenspiegel in Mölln sind wir nachts auf leeren Autobahnen nach fast vier Wochen wieder Zuhause angekommen. Elche haben wir auf unserer Reise leider nur auf den Warnschildern gesehen und von den
berühmten skandinavischen Stechmücken nicht mehr als ein dutzend Exemplare angetroffen. In Südschweden lässt die Plage im August deutlich nach.
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