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Veröffentlicht von mir in der AFZ-Der Wald 24/2001
Die Esche, ein vielseitiger Weltenbaum
Mit etwa 60 Arten ist die Gattung Fraxinus hauptsächlich in der gemäßigten Zone der
nördlichen Hemisphäre vertreten. Um möglichst umfassende Informationen über Morphologie und Physiologie dieses Baumes, über seine standörtlichen Ansprüche sowie über Eigenschaften, und Weiterverarbeitung seines
Holzes zu erhalten, lud die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald gemeinsam mit der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zu einer Fachtagung ein. Tagungsort war das Walderlebniszentrum Schernfeld bei
Eichstätt. Das Interesse der Forstleute und Ökologen an dieser Baumart war groß. Das zeigte die hohe Teilnehmerzahl. In diesem Artikel werden die wesentlichen Ergebnisse dieser Tagung dargestellt.
Die Eschen gehören, nach Dr. Gregor Aas (Ökologisch-Botanischer Garten der Universität Bayreuth), systematisch gesehen zu den Oleaceaen.
Die Familie der Oleaceaen besteht auf 27 Gattungen mit etwa 600 Arten in der tropischen und gemäßigten Zone, v.a. in Asien. Namensgebend für Familie ist Olea mit dem wichtigsten Vertreter der Olea europaea (Ölbaum).
Die Oleaceaen sind Bäume oder Sträucher mit sommer- oder immergrünen, meist gegenständigen Blättern ohne Nebenblättern. Die Blüten sind zwittrig oder eingeschlechtig, der Kelch und die Krone vierzählig mit 2 (oder 4) Staubblättern und 2 Fruchtblättern, die oberständige Fruchtknoten bilden. Es gibt etwa 60 Eschen-Arten, hauptsächlich in der gemäßigten Zone der nördlichen Hemisphäre. Unbekannter ist, das auch die in unseren Gärten häufig anzutreffenden Gattungen Syringa und Forsythia zu den Oleaceaen gehören.
Eschen (Fraxinus) sind Bäume (seltener Sträucher) mit gegenständigen, unpaarig gefiederten Blättern. Die Frucht ist eine zungenförmig geflügelte, einsamige Nuss, ein Schraubendrehflieger. Als einziger Baum wirft die Esche im Herbst die Blätter im grünen Zustand ab. Ihre Zersetzung erfolgt rasch. Die Fiederblätter werden deshalb oft als “Wegwerfzweige” interpretiert, denn die Rhachis entspricht funktional einem Seitenzweig. Das sieht man auch daran, dass die Blätter abfallen und die Rhachis noch stehen bleibt. Die Esche hat in der Regel eine lichte Krone. Ursache ist eine geringe Neigung zur Verzweigung, Diese geringe Verzweigung hat auch andere Ursachen, die in der Anordnung der Blütenstände und der Intensität der Blüte liegen. Die Blüten entspringen reinen Blütenknospen. Bei starker Blüte treiben nur die Terminalknospen und wenige Seitenknospen aus, dadurch wird die Seitenverzweigung (max. Zweigordnung bis 7) beeinträchtigt. Die Esche bildet neben Langtrieben auch unverzweigte, knotige Kurztriebe.
Die windblütige Esche (sekundäre Windblütigkeit!) ist im Freistand mit 20 bis 30 Jahren, sonst
mit 30 - 35 Jahren mannbar. Sie ist monözisch, diözisch oder auch triözisch: neben Bäumen mit rein männlichen, seltener rein weiblichen Blüten gibt es solche, die nur Zwitterblüten oder Zwitter- und
eingeschlechtige Blüten auf dem selben Baum haben. Die Entwicklungstendenz geht zur Zweihäusigkeit.
Die Jungpflanzen (bis ca. 20 Jahre) sind relativ schattenertragend. Verjüngung unter Schirm
ist dadurch möglich. Mit zunehmender Entwicklung steigt der
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Bild: Blühende Esche über Buchenverjüngung
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Lichtanspruch rasch. Weibliche Eschen weisen einen geringeren Holzzuwachs auf.
Die Esche hat eine hohe Überflutungstoleranz. Die Toleranz ist aber sehr unterschiedlich, je
nach Alter und Standort der Bäume. Die mittlere tolerierbare Überflutungsdauer der Esche liegt am Rhein bei 35 - 40 Tagen pro Jahr, davon rund 25 in der Vegetationsperiode, die Extreme liegen bei etwa 100 Tagen.
Die Esche (Fraxinus excelsior) ist fast über ganz Europa bis nach Mittelrussland, dem
Kaukasus und Kleinasien verbreitet. Sie fehlt lediglich im Norden Skandinaviens in Südspanien, den westlichen Teilen Irlands und in Schottland. Die Grenze des nördlichsten Vorkommens liegt
zwischen dem 61. und 63. Breitengrad. Ihre Arealschwerpunkte findet man im nördlichen Alpenvorland, in Ostpreußen, Polen und im Baltikum.
Die Esche ist ein typischer Baum der Ebene und des Hügellandes, in Mitteleuropa wird sie
gelegentlich auch in höheren Lagen der Mittelgebirge bis etwa 800 m und der Alpen bis etwa 1.600 m Höhe angetroffen.
Als ausgesprochene Mischbaumart tritt sie fast ausschließlich einzeln bis horstweise
beigemischt in Laubmischwäldern auf. Kleine Reinbestände wie in den Flußauen Ungarns und Rumäniens sind selten. Sie bevorzugt basenreiche, tiefgründige, gut durchlüftete und gut
wasserversorgte Böden. Staunässe vermeidet die Esche. Sie ist die Baumart der seltener überfluteten Hartholzaue, kommt aber auch an Bach- und Flussläufen vor. Andererseits wächst
sie auf verhältnismäßig trockenen, flachgründigen, warmen Kalkschuttböden.
Das Vorkommen in zwei mehr oder weniger getrennten standörtlichen “Nischen” hat zur
Annahme geführt, dass es zwei Eschenrassen (Ökotypen, Bodenrassen) gibt: die Wasser- und die Kalkesche. Dieses Phänomen wurde in umfangreichen Versuchen (morphologische,
phänologische, ertragskundliche Merkmale) untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass es sich nicht um eine genetische Differenzierung (Rassen) handelt, sondern dass diese Unterschiede
Ausdruck einer großen ökologischen Amplitude der Esche sind.
Die Esche treibt spät aus, was häufig im Zusammenhang mit der Ringporigkeit des Holzes gesehen wird. Ringporige Bäume leiten nur in wenigen
oder nur im jüngsten Jahrring Wasser. Der neue Jahrring muss im Frühjahr erst gebildet werden, ehe der Austrieb erfolgen kann.
Reproduktion und Genetik
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Sinkgeschwindigkeit
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Baumart
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cm/s
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Esche
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214
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Hainbuche
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120
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Berg-Ahorn
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115
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Spitz-Ahorn
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107
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Weiß-Tanne
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106
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Sand-Birke
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25
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Nach Olaf Schmid, (Präsident der LWF), ist die Esche ein Schraubendrehflieger. Bei einem Mutterbaum von 30 m Höhe
fliegt der Samen durchschnittlich 52 m weit. 84% der Samen landen in einem Umkreise von 84,5 m um den Baum. Die
meisten Samen fallen nicht weiter als 20 m vom Baum zu Boden. Im Winter, bei höheren Windgeschwindigkeiten, ist
die Verbreitung des Samens größer. Bis Mitte November hängen noch rund 50% der Früchte, die eine Ablösezeit von bis zu 200 Tagen haben, am Baum.
Eine effektive Ausbreitung von mehr als 100 m ist unwahrscheinlich. Eine Esche reicht zur Besiedelung von 0,5 - 2 ha.
Die Esche blüht, laut Randolf Schirmer, Bayer. Landesanstalt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht, Teisendorf, vor
Laubausbruch. Wenn die Blätter treiben, entwickelt sich aus der Blüte bereits die Frucht. Die Blüten sind in Büscheln
angeordnet, nackt, dunkelrot, eingeschlechtlich oder zwittrig . Die Windbestäubung mit den relativ schweren Pollen erfolgt i.d.R. im April. Die Windblütigkeit (sekundäre)hat sich erst entwickelt, die Manna-Esche (Fraxinus ornus) zeigt noch eine voll entwickelte Blüte).
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Vergleich der Samenkorngewichte verschiedener Baumarten
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Baumart
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1000-Korn-G ewicht
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Buche
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220 g
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Bergahorn
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95 g
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Esche
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60 - 75 g
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Winterlinde
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40 g
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Roterle
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1,3 g
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Moorbirke
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0,3 g
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Sandbirke
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0,15 g
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Weide
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0,1 g
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Die Esche blüht jährlich und sehr intensiv, ohne ausgeprägte Mastjahre, so dass eine Lagerhaltung nicht erforderlich
ist. Die Früchte bzw. Samen sind 3 cm lange Nussfrüchte (Flügelnüsschen) mit spitzen Flügeln (8 - 15 mm lang, 2 - 3
mm breit), mit einer durchschnittlichen Keimfähigkeit von 58%. Die Samenreife ist hauptsächlich im September bis
November. Die Samen hängen jedoch oft den ganzen Winter in braunen Büscheln am Baum so dass der Samenfall sich über die Wintermonate hinzieht.
Anerkannte Eschen-Saatguterntebestände müssen älter als 50 Jahre sein und eine Fläche von mindestens 0,25 ha
haben. Die Bäume des Erntebestandes müssen geradschaftig und astfrei sein und dürfen keinen Drehwuchs, keinen
Krebs und nur wenige Zwiesel haben. Zur Sicherung der genetischen Vielfalt müssen im Jahr der Ernte mindestens 40 Bäume ausreichend fruktifiziert haben und mindestens 20 Bäume beerntet werden.
Bezüglich Form und Wüchsigkeit zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Herkünften. Ein
überdurchschnittliches Wachstum und gute Schaftformen haben Herkünfte der Donauniederungen. Hochlagenherkünfte
wachsen langsamer und rumänische Herkünfte sind wüchsig, haben aber schlechte Schaftformen. Sie treiben früh aus und sind dadurch spätfrostgefährdet.
Die Eschensamen unterliegen mehrfacher Keimhemmung bedingt dadurch, dass der Embryo bei der Fruchtreife noch nicht völlig ausgebildet ist,
sowie durch Abscisinsäure im Endosperm, die einen Ruhezustand induziert und durch ein knorpeliges Perikarp, das den Gasaustausch behindert und damit die Keimung erschwert.
Keimgehemmtes Saatgut liegt i. d. R. 2 Jahre über. Samen können jedoch auch bis zu 6 Jahren keimfähig im Boden bleiben. Embryonen haben zum
Zeitpunkt der Fruchtreife erst die Hälfte ihrer späteren Größe, d. h. sie sind noch nicht ausgewachsen.
Diese starke Keimhemmung des voll ausgereiften Saatguts durch Abscisinsäure, macht ein mehrmonatiges Stratifizieren notwendig. Entscheidend
für ein späteres gutes Keim- und damit auch Auflaufergebnis sind vor allem Dauer und Temperatur der Warmphase.
Nach der Stratifikation erfolgt entweder die Aussaat oder das Saatgut wird auf Wassergehalte von 7 - 10 % zurückgetrocknet und bei -5° C bis zur
Verwendung in den nächsten zwei bis drei Jahren eingefroren.
Zur Umgehung der Keimhemmung kann Grünsaat erfolgen. Dabei werden die Erntebäume i.d.R. Ende August, Anfang September beerntet, wenn der
Samen noch grün ist. Die Früchte sind dann zwar voll entwickelt, reifen im Boden nach und haben vor allem noch keine verfestigte Fruchtschale.
Soll früh geerntetes Saatgut erst im nächsten Frühjahr gesät werden, muss dieses stratifiziert werden. Mit einer sog. “Grünsaat” unter Sägemehl,
Komposterde oder Torf unmittelbar nach der Ernte kann auf Stratifizieren verzichtet werden. Zu beachten ist jedoch, dass auch “grün” geerntetes
Saatgut zum Abbau der Keimhemmung entsprechende Warm- und Kaltphasen benötigt, genauso wie vollreifes Saatgut. Nur geschieht hier die
Stratifizierung im Beet. Falls die herbst- bzw. winterlichen Warmphasen zu kalt und/oder zu kurz und die Kaltphasen zu warm und/oder zu kurz sind, liegt auch grün geerntetes Saatgut über.
Das Wurzelwerk
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Bild: Die Entwicklung der Eschenwurzel im Laufe ihres Alters
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Entscheidend für die Wuchsleistung der Esche ist, laut Hans-Jürgen Gulder (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) der
Wasserhaushalt. Höchste Leistungen werden auf frischen bis feuchten, tiefgründigen und skelettarmen Lehmen und Schlufflehmen wie auch auf mäßig stauwasserbeeinflussten Böden erreicht.
Die Wurzel der Esche verändert sich in Abhängigkeit vom Alter: Die Eschenkeimlinge bilden wie auch die Buche zuerst ein Pfahlwurzelsystem und
wachsen in die Tiefe. Im Gegensatz zur Buche beginnt die Eschenwurzel nach ca. 5 Jahren in die Breite zu wachsen und ein horizontales, intensives
Feinwurzelnetz 15 - 20 cm unter der Bodenoberfläche auszubilden. Sie sichert sich dadurch in Trockenzeiten das wenige Niederschlagswasser vor
ihrer Konkurrenz. Dies ist auch eine Erklärung für die hohe Trockenheitsresistenz der Esche.
Bis zum Alter von ca. 15 Jahren ist die Wurzel herz- bis pfahlwurzelartig. Danach entwickelt sie ein Herzwurzelsystem mit Senkern. Im Alter hat sie
dann ein starkes Senkerwurzelsystem mit einem starkem Feinwurzelgeflecht am Ende der Wurzel. Der mittlere Bereich ist relativ dünn mit geringer Wurzelverzweigung.
Auch mit dem Substrat verändert sich die Wurzel der Esche. Bei gut durchwurzelbaren Böden liegt der Hauptwurzelhorizont, der Bereich in dem 70%
der Wurzelmasse zu finden ist, bei 70 - 110 cm Tiefe bei dichten Böden liegt er bei 50 - 60 cm. Die Wurzeln haben keine Probleme Tiefen von 150 cm bzw. 80 cm auf dichten Böden zu erreichen.
Vergleicht man diese Werte mit unseren anderen Baumarten, so ist festzustellen, dass die Esche besser wurzelt als Buche, Berg-Ahorn, Fichte,
Douglasie oder Lärche. Sie erreicht mit Sicherheit nicht die Durchwurzelung der Tanne und der Eiche, aber sie dürfte im Bereich der Kiefer angesiedelt werden.
Die Esche in den heimischen Waldgesellschaften
In der regionalen natürliche Waldzusammensetzung Bayerns würde nach Dr. Christian Kölling (LWF), ohne menschliche Eingriffe, aufgrund der guten
standörtlichen Voraussetzungen und ihrer Schattenerträglichkeit, die Buche weitgehend vorherrschen. Gegenüber fast allen anderen Baumarten ist
sie eine sehr unduldsame Konkurrentin: Buchenwälder sind daher meistens arm an Mischbaumarten und tendieren in ihrem Optimum zu Hallenbeständen.
Die Esche und viele andere lichtbedürftige Baumarten, müssen daher auf Standorte ausweichen, die der Buche nicht zusagen. Diese Standorte findet
man mit zunehmender Meereshöhe, wo die abnehmende Länge der Vegetationszeit der Buche ernste Probleme bereitet; auf Böden mit hohen
Grundwasserständen, wie sie in der Umgebung der Quellen, Bäche und Flüsse verbreitet sind, an denen zeitweise akuter Luftmangel im Wurzelraum
herrscht; auf blockreichen, bewegten und steinschlaggefährdeten Standorten, da die empfindliche Buchenrinde sehr schlecht Verletzungen verträgt
sowie auf Skelettböden und wechseltrockenen Tonböden, da das Wurzelwerk empfindlich gegenüber mechanischer Beanspruchungen reagiert, die hier auftreten können.
Führendes Edellaubholz, zu dem auch die Esche gehört, findet man daher nur auf Standorten, auf
denen die Buche in ihrer Konkurrenzkraft geschwächt ist.
Die Esche hat einem ernormen Calciumbedarf und stellt sehr hohe Anforderung an die Basensättigung
(Prozentanteil basischer Kationen Ca, Mg, K, Na an der Gesamtheit aller an den Oberflächen der Bodenbestandteile gebundenen Stoffe) des Bodens. Diese muss im größten Teil des Wurzelraums hoch
sein (s. Abb. 1). Jenseits dieser ausgeprägten Nährstoffmangelgrenze kann die Esche nicht gedeihen.
Diese Bedingung erfüllen Karbonatstandorte und andere wenig versauerte Standorte, aber auch viele
Standorte, die von Grund- oder Überflutungswasser beeinflusst werden. Hier werden mit dem ziehenden Grundwasser oder dem Überflutungswasser auch die Basen herantransportiert. Block- und Schutthänge
mit anstehendem wenig verwittertem Gestein oder kolluvialer Nachlieferung erfüllen die Bedingung hoher Basensättigung ebenfalls.
Der Verjüngungserfolg der Esche hängt wesentlich von einer biologisch aktiven Humusform ab. Die
leichten Samen enthalten nur wenig Reservestoffe, in nährstoffarmen Auflagehumusformen mit dichten Wurzelgeflechten vertrocknen die Sämlinge, bevor ihre Wurzel den Mineralboden erreichen kann.
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Bild: Esche auf Kalkschuttstandort
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Neben den typischen Eschenwaldgesellschaften, in denen die Esche natürlich als Hauptbaumart den Kronenraum dominiert (Bacheschenwald (Carici remotae-Fraxinetum), Traubenkirschen-Erlen-/Eschenwald (Pruno-Fraxinetum), Stieleichen-/Ulmen-Hartholzauenwald
(Querco-Ulmetum), Eschen-Mischwald (Adoxo-Aceretum) und Eschen-Bergahorn-Schlucht- und Blockwald (Fraxino-Aceretum)), gibt es auch eine Reihe von Gesellschaften, in denen die Esche
nur als Nebenbaumart beteiligt ist, bzw. als fluktuierende Pionierbaumart nur in bestimmten Waldentwicklungs-Phasen höhere Anteile erreicht. In diesen Gesellschaften beschränkt sich
das Eschenvorkommen in der Optimalphase auf Einzelbäume und Gruppen, die in den Grundbestand der jeweiligen Hauptbaumart(en) eingemischt sind. Als Nebenbaumart kommt die
Esche in Buchen-, Tannen-, Eichen-Hainbuchen-, Eichen-, Schlucht- und Block-, Au-, Bruchwäldern vor. Die einzelnen Waldgesellschaften mit natürlicher Eschenbeteiligung gehen aus Tabelle 1 hervor.
Erfolgreiches waldbauliches Arbeiten mit der Baumart Esche setzt die Kenntnis der
Baumartenzusammensetzung der natürlichen Waldgesellschaften voraus. Die Beteiligung der Esche am Bestandesaufbau muss sich an den von der Natur vorgegebenen Möglichkeiten und Grenzen orientieren.
Unproblematisch ist das Arbeiten mit der Esche in Waldgesellschaften mit der Esche als
natürlicher Hauptbaumart.
In Waldgesellschaften mit der Esche als natürlicher Nebenbaumart, hat man die Möglichkeit,
den von Natur aus begrenzten Eschenanteil mit geringem Aufwand durch waldbauliche Maßnahmen zu erhöhen, d.h. durch die Entlastung der Esche von der Konkurrenz anderer
Baumarten bereits bei der Bestandsbegründung und Pflege. Mit zunehmendem Bestandsalter wird es dagegen immer schwieriger, einzelne eingemischte Eschen zu fördern.
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Waldgesellschaft
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Hauptbaumarten
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Nebenbaumarten
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Buchenwälder
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Galio odorati-Fagetum, kollin-submontane Höhenform
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Bu
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BAh, Es, HBu, Kir, SoLi, SpAh, StEi*, Ta*, TrE*, WiLi
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Galio odorati-Fagetum, montane Höhenform
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Bu, Fi*, Ta*
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BAh, BUl, Es, Fi*, SoLi*
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Hordelymo europaei-Fagetum
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Bu
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BAh, BUl, Eib, Es, FAh, Fi*, HBu, Kir, SoLi, SpAh, Ta*
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Carici albae-Fagetum
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Bu
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BAh, Eib, Elsbe, Es, HBu, Mebe, SpAh, StEi, Ta*, TrE
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Dentario enneaphylli-Fagetum
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Bu, Ta
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BAh, BUl, Eib, Es, Fi, SoLi, SpAh, StEi, WiLi
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Lonicero alpigenae-Fagenion
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Bu, Fi*, Ta
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BAh, BUl, Eib, Es, Fi*
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Tannenwälder
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Galio rotundifolii-Abietetum
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Bu*, Fi, Ta
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BAh, Bu*, BUl, Es, Ser
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Pyrolo secundae-Abietetum
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Bu, Fi, Ta
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BAh, BUl*, Es, SEr*, StEi*
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Eichen-Hainbuchen- wälder
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Galio sylvatici-Carpinetum
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HBu, StEi, TrE
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BAh, Bu, Elsbe, Es, FAh, Kir, SoLi, SpAh, WiLi
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Galio sylvatici-Carpinetum, submontan/montane Höhenform
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HBu, Ta
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BAh, Bu, Es, Kir, Li, StEi, TrE
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Stellario holosteae-Carpinetum
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HBu, StEi
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BAh, Bu, Es, FAh, FeUl, Kir, SEr, SoLi, TrE, WiLi
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Eichenwälder
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Potentillo albae-Quercetum petraeae
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StEi, TrEi
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Bu, Elsbe, Es, FAh, Franz. AhHBu, Kir, Speierling, WiLi, Wildobst
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Cytiso nigricantis-Quercetum roboris
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StEi
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Bu, Elsbe, Es, FAh, HBu, Mebe, SoLi, SpAh, TrE, Wildobst
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Schlucht- und Blockwälder
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Aceri platanoidis-Tilietum platyphylli
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SoLi, SpAh
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BAh, Bu*, BUl, Es, FAh*, HBu*, TrE*, WiLi
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Ulmo glabrae-Aceretum pseudoplatani
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BAh, BUl
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Bu, Es*, Fi, Ta
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Auwälder
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Stellario nemori-Alnetum glutinosae
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SEr
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BAh, Bruch-Weide, BUl, Es
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Alnetum incanae
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WEr
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BAh, BUl, Es, Fi, SpAh*, StEi*,
TrKir*
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Salicion albae
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Baum- u. Strauch-Weide
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Es, SPa, TrKir, WEr*
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Salicion elaeagni
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Dt. Tamariske*, Sanddorn*, Strauch-Weide*
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Es*, Fi*, Kie*, WEr
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Carex remota-Alnus incana-Gesellschaft
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Fi, WEr
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Es, SEr, Ta, Vobe*
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Bruchwälder
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Carici elongatae-Alnetum glutinosae
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SEr
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Es, Fi*, StEi
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* : Regional oder höhenzonal beschränktes Vorkommen
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Tab. 1: Die Esche als Nebenbaumart in einheimischen Waldgesellschaften
Von Natur aus eschenfreie Waldgesellschaften (jenseits der Nährstoffmangelgrenze) sollten für eine waldbauliche Beteiligung der Esche tabu sein
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Bild: Eschen-Naturverjüngung unter Schirm
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Wie Untersuchungen in verschiedenen Naturwaldreservaten in Bayern zeigen, ist nach Markus
Kölbel (LWF Freising) bei entsprechenden Standortsverhältnissen ein geringer Eschenanteil im Altbestand ausreichend, um eine gesicherte permanente Verjüngung an Esche vorzuhalten.
Unter den Bedingungen des geschlossenen Altbestandes, gerät sie jedoch zahlenmäßig gegenüber der Buche eindeutig ins Hintertreffen. Bei entsprechender Lichtgabe kann jedoch
diese Vorausverjüngung explodieren und die Esche erreicht dabei die besten Wuchsleistungen.
In Buchen-Naturwäldern erhöhen begrenzte Störungen die Vielfalt. Buchenbetonte Wälder
erneuern sich kleinflächig, was unter der besonderen Schattenverträglichkeit zu einer grundsätzlichen Dominanz der Buche führt. Lokale Sturmereignisse, Eisbruch oder ähnliche
Störungen geben jedoch den Mischbaumarten die Möglichkeit, sich im Buchengrundbestand zu behaupten und mit geringem Anteil in die nächste Generation des Hauptbestandes
einzuwachsen. Im praktischen Waldbau eröffnet dies zahlreiche Möglichkeiten, die Baumartenzusammensetzung aktiv zu steuern.
Die Esche im Waldbau
Die Esche ist, laut Dr. Stefan Nüßlein (LWF Freising), eine leicht formbare Baumart., bei der
man sehr schnell die Ergebnisse der waldbaulichen Behandlung sehen kann. Die Esche wächst sehr schnell, verzweigt sich monopodial und reinigt sich sehr gut von Ästen. Sie kann
Jahrringbreiten von über einem Zentimeter anlegen und in 52 Jahren Durchmesser von 70 cm erreichen.
Nachteilig ist aber, dass die Esche mit dem Alter einen Farbkern bekommt, der zwar nur ein
Farbfehler ist, aber trotzdem zur Holzentwertung führt. Wertholz, dessen Anteil verschwindend gering ist, muss stark, astfrei und weiß sein.
Um Eschenwertholz zu erzielen, muss das rasche Höhenwachstum im geschlossenen Bestand
ausgenutzt werden bis die gewünschten 7 - 9 m astfreie Schaftlängen im Alter von 20 bis 25 Jahren erreicht sind. Hier sind allenfalls kleine Eingriffe wie Negativ- oder später Positivauslese durchzuführen.
Die Farbkernbildung ist altersabhängig. Sie wird aber auch verursacht durch die langsame Überwallung starker Totäste. Die Bildung starker Totäste
ist deshalb zu vermeiden. Nach Erreichen der gewünschten Schaftlängen wird deshalb durch starke Durchforstungen oder eine
Lichtwuchsdurchforstung das Stärkenwachstum der ausgelesenen Eschen deutlich gefördert. Durch eine dauerhafte Umlichtung der Krone bleibt die
grüne Krone erhalten. Es entstehen keine Totäste mehr. Bei diesem waldbaulichen Vorgehen können nicht nur gesunde starke Eschen erwachsen,
sondern in truppweiser Mischung mit anderen Laubbaumarten naturnahe und strukturreiche Mischwälder entstehen.
Insekten an der Esche
Aus der Gruppe der Käfer und Schmetterlinge gibt es nach Hermann Hacker (Forstdienststelle Staffelstein), nur sehr wenige Arten die auf die Esche
spezialisiert sind. Durch die Zoogeographie lässt sich dies nicht begründen, da die Esche die Eiszeit in Vorder- und Mittelasien überdauert hat.
Aus der Familie der Borkenkäfer ist hier der als Imagines überwinternde “Kleine Bunte Eschenbastkäfer” (Hylesinus fraxini) zu erwähnen. Er frisst
i.d.R. nur an und in der Rinde kranker und absterbender Eschen, z.B. im Brennholzstapel.
Schädlicher ist hier schon die Eschenzwieselmotte (Prays fraxinellus). Der Falter fliegt im Mai bis Juni sowie August. Die Larven der 1. Generation
machen einen relativ unschädlichen Minierfraß im Blatt und verpuppen sich im Boden. Die 2. Generation fliegt im August. Deren Larven dringen nach
dem Minierfraß in den Blättern in die Terminalknospe ein, höhlen sie aus und überwintern darin. Durch das Absterben der Terminalknospe kommt es zur Zwieselbildung, bei starkem Befall zur Verbuschung der Esche.
Der einzige monophag von der Esche lebende Großschmetterling ist die Ockergelbe Escheneule (Atethmia centrago). Sie legt ihre Eier an
Terminalknospen im Kronenbereich großer Eschen. Die Larven höhlen die Knospen aus. Die Raupen verlassen die Knospe und frisst Eschenblüten. Da sie im Boden nächtigt, muss sie täglich den Baum auf- und abwandern.
Der Maivogel, der im Juni fliegt, ist eine kontinental wärmeliebende Art, lebt aber in feuchten Kaltluftlöchern und legt seine Eier an Eschenblättern ab.
Seine Raupen leben in einem Blattgespinst und wachsen kaum. Sie fallen im Herbst mit dem Blattgespinst auf den Boden, wo sie überwintern. Im
Frühjahr verlässt ein Teil der Raupen das Gespinst und frisst alles außer Esche. Diese Raupen sind innerhalb drei Wochen ausgewachsen. Der Teil
der Raupen, der im Gespinst bleibt, frisst weiterhin an der Esch, wächst kaum. und verlässt das Gespinst erst nach einer weiteren Überwinterung.
Pilze an der Esche
Die Esche hat nach Dr. Wolfgang Helfer bei uns keine Ektomykorrhizapilze Sie hat aber VA Mykorrhiza (V=Vesikulär, A=Arbuskulär). Diese
Mykorrhiza ist weit verbreitet und nicht nur auf Holzgewächse beschränkt. Sie kommt beispielsweise auch an Gräsern vor. Über diese Pilze ist nur
sehr wenig bekannt. Sie lassen sich nicht in Reinkultur züchten, bilden keine Fruchtkörper und leben im Boden.
Die Esche wird nur von wenigen parasitischen Pilzen befallen. Pilze wie Mehltau (Phyllactinia fraxini) sind selten und verursachen keine
nennenswerten Schäden. Anfälliger ist Esche für Pilze der Gattung Verticillium. Das sind Welke verursachende Pilze, die im Holz leben und die
Leitungsbahnen verstopfen. Sie scheiden Toxine aus, die Welke an den Blättern verursachen.
Der Nektriakrebs (Nectria galligena) zerstört z.T. das Kambium der Esche. Im Herbst bekommt der Pilz die Oberhand und wird im Frühjahr wieder
überwallt, was zu beuligen Wucherungen am Eschenstamm führt. Normalerweise führt dieser Schädling nicht zum Tod des Baumes. Wucherungen werden auch durch Bakterien (Pseudomona syringae) verursacht.
Pilze, die die Esche abtöten sind der Hallimasch (Armillaria polymyces), der als Allrounder bei fast allen Bäumen das Kambium abtöten kann und der
Zottige Schillerporling (Inonotus hispidus), ein Weißfäule verursachender weicher saftiger Konsolenpilz, dessen Fruchtkörper im Winter abstirbt, und vor allen frei stehende Bäume befällt.
Eine große Pilzartenvielfalt entwickelt sich erst am toten Baum. Auf die Esche spezialisiert sind v.a. kleine unauffällige Pilze wie
Eschen-Zystidenrindenpilz (Peniophora limitata) mit eng, fast rindenartig anliegenden Fruchtkörpern, und aus der Familie der Kohlenbeeren die Eschen-Kohlenbeere (Hypoxilon fraxinophilum), mit beerenartigen, die Hypoxylon cercidicolum (syn H. moravicum) mit tellerartigem und die Ziegelrote
Kohlenbeere (H. rubiginosum) mit krustenartigem Fruchtkörper.
Pilze, die eine Vorliebe für die Esche haben, aber auch an anderen Baumarten vorkommen, sind der Eschenbaumschwamm (Perenniporia fraxinea),
der am Fuß von Bäumen wächst, der weiße Knorpel-Porling (Skeletocutis nivea) und das Gallertfleischige Stummelfüßchen. Der als Speisepilz verwendbare Samtfuß-Rübling (Flammulina velutipes) wächst im Winter nach den ersten Frösten. Er verträgt Frost und wächst in der frostfreien Zeit.
Das Holz der Esche
Nach der Buche und Eiche gehört die Esche zu den wichtigsten einheimischen Laubnutzhölzern. Zugleich ist sie einer unserer wertvollsten
Edellaubbäume.
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Bild: Altesche im Buchenbestand
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Die Esche erreicht, nach Dr. Dietger Grosser (Institut für Holzkunde, München), Höhen
zwischen 17 und 35 m, auf besten Standorten Höhen von über 40 m, bei Durchmessern (BHD) bis 1,0 m, selten bis 2,0 m. Die Nutzholzstärken sind aus Furcht vor Braunkernbildung
allerdings wesentlich geringer und betragen in der Regel zwischen 40 und 50 cm. Im Bestandesschluss werden vollholzige, kurzkronige, spindelige, aber gerade Stämme mit
astfreien Längen bis zu 20 m und engen Jahrringen ausgebildet. Ihre waldbauliche Behandlung ist problematisch und die Qualitätserwartung gering. Im Freistand zeigt die Esche starke
Durchmesser, neigt aber zu Gabelwuchs und zur Bildung einer tief angesetzten, stark astigen Krone.
Die Rinde ist in der Jugend (bis etwa 40 Jahre) glatt und grünlichgrau. Im Alter entsteht eine
netzrissige, in länglich rhombische Felder geteilte Borke von graubrauner bis schwärzlicher Färbung. Entgegen der häufiger in der Praxis vertretenen Ansicht kann bei Bäumen mit lange
Zeit glatt bleibender Rinde nicht auf eine fehlende bzw. spät einsetzende Braunkernbildung bzw. auf hellfarbiges Holz geschlossen werden.
Die Esche zählt zu den Bäumen mit fakultativer Farbkernholzbildung. Entsprechend können
Splint- und Kernholz von gleicher heller, weißlicher bis gelblicher oder weißrötlicher Färbung sein. Zum Teil kann ein dunklerer, lichtbrauner bis schokoladenbrauner Farbkern, der sog.
Braunkern, ausgebildet sein. Infolge unterschiedlich getönter Zonen ist braunkerniges Holz häufig unregelmäßig streifig, fleckig oder wolkig gezeichnet. Der Splint bzw. die farbkernfreien
Zonen sind allgemein sehr breit, da die Braunkernbildung erst im höheren Baumalter (60 - 80) Jahren, seltener schon früher einsetzt. Inwieweit bei der Kernbildung Standortfaktoren eine Rolle
spielen, ist noch nicht geklärt. Außer dem Braunkern tritt öfter ein pathologischer Farbkern auf, der im Gegensatz zum Braunkern heller gefärbt, nicht zentrisch im Stamm ausgebildet und auf
eine Pilzinfektion zurückzuführen ist.
Eine von manchen Holzverarbeitern gesuchte Besonderheit der Kernausbildung der Esche ist der Olivkern, der in Färbung und Struktur dem Holz des
Olivenbaumes (Olea europaea) ähnelt. Der Olivkern ist gekennzeichnet durch im Querschnitt sichtbare wellige Zonen von abwechselnd brauner bis
olivbrauner und hell bräunlichgelber Färbung, die auf Radialflächen eine lebhafte, dekorative Streifenzeichnung hervorrufen. Der Olivkern kommt
vornehmlich auf kalkreichen Standorten bei schmalringigen Eschen höheren Alters vor. Er wird als besondere Variante des Braunkerns aufgefasst, ohne dass aber die Entstehungsursachen bislang geklärt sind.
Die Esche ist ringporig. Das bedeutet auch, dass bei breitem Jahrring der Spätholzanteil höher ist. Die Jahrringe sind deutlich voneinander abgesetzt
und haben auf den Längsflächen grobe Porenrillen sowie gefladerte bzw. gestreifte Textur. Gehobelte Flächen weisen einen matten Glanz auf. Das
Holz ist ohne auffallenden Geruch. Lediglich frisch aufgetrennt oder bearbeitet riecht es leicht süßlich aromatisch.
Die Esche liefert bei einer mittleren Rohdichte von 0,69 g/cm³ bezogen auf 12 bis 15% Holzfeuchte ein schweres und zugleich hartes Holz.
Besonders hervorzuheben sind die ausgezeichneten Festigkeitseigenschaften, wobei die Werte für die Druck-, Zug-, Biege- und Scherfestigkeit mit
denen des Eichenholzes durchaus vergleichbar sind und diese teilweise sogar noch übertreffen. Desgleichen zeichnet sich Eschenholz durch eine
hohe Elastizität und Abriebfestigkeit aus. Zudem ist es bei hervorragender Bruchschlagarbeit außergewöhnlich zäh und wird in der Zähigkeit kaum von einer anderen einheimischen Holzart erreicht.
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Tab. : Die mechanisch-technologischen Eigenschaften der Esche
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Weide
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Fichte
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Birke
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Esche
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Eiche
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Buche
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Rohdichte (lufttrocken) g/cm3
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0,35 - 0,45 - 0,56
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0,33 - 0,47 - 0,68
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0,51 - 0,65 - 0,83
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0,45 - 0,69 - 0,86
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0,43 - 0,69 - 0,96
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0,54 - 0,72 - 0,91
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Schwindmaß in %
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Längs l
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0,5
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0,3
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0,6
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0,2
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0,40 - 0,42
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0,3
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Radial r
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3,9
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3,6
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5,3
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5,0
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4,0 - 4,6
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5,8
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Tangential t
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6,8
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7,8
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7,8
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8,0
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7,8 - 10,0
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11,8
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Volumen V
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11,2
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12,0
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13,7
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13,2-13,6
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12,6 - 15,6
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14,0 -17,9 - 21,0
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Festigkeit, mechanische und technologische Eigenschaften
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Elastizitätsmodul in N/mm2
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7.200
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10.500
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16.500
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13.200
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13.000
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15.000
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Druckfestigkeit in N/mm2
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28 - 34
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43 - 50
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43 - 51
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44 - 52
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52 - 65
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53 - 62
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Zugfestigkeit in N/mm2
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42 - 64
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90
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137
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130 - 165
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90
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135
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Biegefestigkeit in N/mm2
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31 - 47
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66 - 78
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125 - 147
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102 - 120
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88 - 110
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105 - 123
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Binell-Härte
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Längs in N/mm2
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23 - 35
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65
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72
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Quer in N/mm2
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13 - 16
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37 - 41
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34
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Die mechanisch-technologischen Eigenschaften (Härte, Festigkeit und Zähigkeit) sind um so günstiger, je breiter die Jahrringe sind, wobei der
Einfluss der Jahrringbreite insbesondere im Bereich zwischen 0,5 und 1,5 mm stark ausgeprägt ist. Die Abhängigkeit der Festigkeitswerte von der
Jahrringbreite erklärt sich daraus, dass bei ringporigen Laubhölzern mit zunehmender Jahrringbreite der Spätholzanteil zunimmt, wodurch sich die Rohdichte erhöht, die wiederum zu höheren Festigkeitswerten führt.
Hieraus abgeleitet besitzt das auf feuchten Standorten i.d.R. schnell gewachsene, weitringige Holz der “Wassereschen” bessere
Festigkeitseigenschaften als das langsam gewachsene, engringige Holz der “Kalkeschen”.
Das Eschenholz schwindet nur mäßig und hat nach der Trocknung ein gutes Stehvermögen, arbeitet also wenig. Der Witterung ausgesetzt ist es von
geringer natürlicher Dauerhaftigkeit. Im Kontakt mit dem Erdboden ist es wenig beständig. Das Holz lässt sich nur mäßig imprägnieren und ist somit für eine Verwendung im Freien nicht geeignet.
Zur Vermeidung von Farbveränderungen und Rissbildungen sollte der Einschnitt des Rundholzes möglichst rasch noch im Frühjahr und zur Verhütung
von Seitenrissen an Brettern und Bohlen stets mit Rinde erfolgen. Die natürliche Trocknung lässt sich leicht und relativ rasch ohne nennenswerte
Schädigung durch Reißen und Verziehen durchführen. Die technische Trocknung ist langsam und unter Vermeidung von zu hohen Anfangstemperaturen unterhalb von 50 bis 60 º C vorzunehmen.
Esche lässt sich im allgemeinen sowohl von Hand als auch maschinell recht gut und leicht bearbeiten, wenn auch Unterschiede zwischen leichten
und schweren Qualitäten möglich sind. So neigt schweres Holz beim Hobeln zum Ausreißen. Ansonsten ist das Holz aber gut zu sägen, zu
messern, zu schälen wie auch zu drechseln. Gedämpft lässt es sich leicht biegen und spalten. Das Holz lässt sich gut nageln und schrauben sowie ausgezeichnet verleimen.
Die Oberflächenbehandlung bereitet keine Probleme und ist mit allen handelsüblichen Mitteln möglich. Nicht zuletzt wegen ihrer guten Beizbarkeit
und die ausgesprochen gute Polierbarkeit gehört Esche zu den bevorzugten Holzarten im Möbelbau. Im übrigen besitzt Esche eine beachtliche Widerstandskraft gegen schwache Laugen und besonders gegen Säuren.
Vom Handel wird Esche als Rundholz, Schnittholz und in Form von Messerfurnieren angeboten. Ein besonderes Sortiment stellen Maserknollen dar.
Das Eschenholz ist in den letzten Jahrzehnten zu einem immer beliebteren Ausstattungsholz geworden. Insbesondere findet es im Möbelbau als
Furnier wie auch als Massivholz vielfältige Verwendung. Eschenholz wird gerne im dekorativen Innenausbau eingesetzt. Als Furnier kann es für
großflächige Wand- und Deckenbekleidungen sowie Einbaumöbel verwendet werden. Als Massivholz ist es für Parkettböden und Innentreppen sehr
gefragt. Für die genannten Verwendungsbereiche wird vor allem hellfarbiges, mildes, relativ engringiges Eschenholz gesucht.
Breitringiges Eschenholz ist dort besonders gefragt, wo höchste Ansprüche an die dynamische Festigkeit und Elastizität gestellt werden. Es wird vor
allem zur Herstellung von Werkzeugstielen und -griffen sowie von Sport- und Turngeräten verwendet. Die Esche ist nach der Buche die wichtigste
Holzart für die Herstellung von Biegeformteilen. Andere für diese Holzart typische Verwendungsbereiche sind Leitersprossen, Leisten für den Möbel-,
Waggon- und Karosseriebau, Gießereimodelle für besonders beanspruchte Gussformen, Maschinenteile, Paletten und Kisten, landwirtschaftliche
Geräte und Fassreifen. Wegen seiner dekorativen Maserung und ansprechenden hellen Farbe wird das Holz auch gerne für Drechslerarbeiten eingesetzt.
Früher wurde das Eschenholz auf Grund seiner überragenden technologischen Eigenschaften noch vielseitiger verwendet, vor allem im ganzen
Bereich des Wagen-, Fahrzeug - und Waggonbaus. Interessant dabei ist, dass die ehemalige Deutschen Reichsbahn eine umfangreiche Verwendung
von Eschenholz für den Waggonbau und für die Innenausstattung der Personenwagen vorgeschrieben hat.
Die Bedeutung des Eschenholzes zeigt auch seine ausgedehnte Verwendung im Maschinen- und Landmaschinenbau für seine unterschiedlichen
Geräte. Auch Webapparate bestanden in ihren wichtigen Teilen aus Eschenholz, ebenso Weinpressen und Mühlen. Selbst im Flugzeug- und Bootsbau gab es für die Esche umfangreiche Verwendungsmöglichkeiten
Viele erinnern sich sicher noch an die guten Skier, die hauptsächlich aus Eschenholz hergestellt wurden.
Der Weltenbaum
Die Esche spielt als Weltenbaum auch in der germanischen Mythologie eine zentrale Rolle, wie Prof. Dr. Wilhelm Heizmann, Skandinavisches
Seminar der Universität Göttingen, darstellte. In Wagners Oper “Götterdämmerung” wird gezeigt, dass Wotan einen Ast von diesem heiligen Baum,
an dessen Fuß die Nornen sitzen, abbricht und daraus den Schaft seines Speeres fertigt. Darauf siecht die Weltesche dahin. Der von Wotan
begangene Frevel am Weltenbaum führt letztlich zu einer Katastrophe von kosmischen Ausmaßen. Den zahlreichen Interpretationen von Wagners
Bühnenwerk wird heute eine “grüne” , ökologische Deutung hinzugefügt mit der Frage, was mit der Welt geschähe, würden die Wälder verschwinden
und die Quellen versiegen. Die Weltesche steht hier für die Bewahrung der Natur und ihres ökologischen Gleichgewichts.
Wagners Weltesche ist seine Erfindung. In der isländischen Mythologie gibt es allerdings Hinweise auf die Rolle der Esche als Weltenbaum. Die Lieder-Edda ist eine Sammlung von Götter- und Heldenliedern, die im 13. Jahrhundert. zusammengestellt wurde, die Snorra-Edda, ist in Prosa
abgefasst und eine Art von Dichterlehrbuch, in dem die wichtigsten Mythen des Heidentums zusammengefasst sind. In der Edda findet sich eine
ausführliche Schilderung der Weltesche, die in der isländischen Überlieferung Yggdrasill genannt wird. Was die Deutung des in der Edda
geschilderten Baumes betrifft, so ist sich die Forschung weitgehend einig, dass hier von einem kosmischen Baum die Rede ist. Es handelt sich um
die Vorstellung eines Welten- und auch Lebensbaumes, wie sie besonders in Vorder- und Zentralasien verbreitet ist. Dieser Weltenbaum steht im
Zentrum der Welt und soll die verschiedenen Schichten (Unterwelt, Erde, Oberwelt) eines vertikal gegliederten Kosmos verbinden. Diese Vorstellung
herrschte auch bei den Germanen. Der Weltenbaum trägt den Himmel und hält Himmel und Erde auseinander. Damit ist die kosmische Ordnung garantiert.
Pharmazeutische Bedeutung der Esche
Nach Dr. Norbert Lagoni von der Pharmazeutischen Fabrik Robugen GmbH galt die Esche in der Antike bereits als Lebensbaum. Eschenlaub,
-blättersaft, -samen und -holz wurden als Diurethikum zur Behandlung Gicht und Rheuma, als Gegengift bei Schlangenbissen oder zur Behandlung von Frauenleiden verwendet
Auf die medizinische Bedeutung der Esche machte auch Hildegard von Bingen (1095 – 1148) aufmerksam. Außerdem wurde von ihr auch auf die
Weidenrinde als fiebersenkende Droge hingewiesen, die bei Harnbeschwerden, äußeren und inneren Blutungen, bei Wassersucht und rheumatischen
Beschwerden anzuwenden sei. Für sie war die Esche “Sinnbild der besonderen Einsicht”.
Die Medizin der Neuzeit beginnt mit Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493 –1541). Als erster sucht er nach
pharmazeutischen Wirkstoffen, die in Bäumen, ihren Bestandteilen oder in Sträuchern und Kräutern vorkommen. Hierbei findet er, dass auch die
Esche medizinische Wirkstoffe hat. Das Destillat ihrer Rinde wurde bei Steinleiden und Gelbsucht, die Früchte der Esche als Diurethikum, bei
Herzzittern und als Aphrodisiakum angewandt Lonicerus hielt die Wurzel und Blätter für giftwidrig. Seiner Ansicht nach lässt die Rinde das “böse
Phlegma im Menschen verzehren und erweicht die Milz”. Im 18. Jahrhundert waren Fiebererkrankungen weitverbreitet. In seiner Arbeit von 1712
empfahl Hellwig die Eschenrinde als Ersatz für die Chinarinde, die zur Behandlung von Fieber eingesetzt wurde.
In der heutigen Zeit findet die Esche ebenfalls ihre Anwendung. So werden die Blätter im Mai Juni ohne Stil geerntet und an der Luft im Schatten
getrocknet. Aus frischen Blättern und Knospen wird Presssaft und eine Tinktur hergestellt. Die Rinde wird im Frühjahr von 2-5 jährigen Bäumen
geschält und getrocknet. Sie findet in der Wundheilung ebenfalls ihre Anwendung. Die Früchte finden sich im Eschengeist wieder, einem Einreibemittel gegen rheumatische Erkrankungen.
Laut Lagoni kann die Esche als “kleine Schwester” der Weide bezeichnet werden. Ihre wichtigsten Inhaltsstoffe sind Flavonoide, Triterpene,
Glykoside, organische Säure, Mineralsalze, Vitamin C Pflanzenschleime (Hexiole). Die Rinde wirkt ähnlich entzündungshemmend, schwach
fiebersenkend, schwach schmerzlindernd. Heutzutage finden sich einzelne Bestandteile der Esche in, Kombinationspräparaten wieder. Die
Wirkstoffe der Esche werden als leichtes Schmerzmittel bei leichten Erkrankung des Bewegungsapparates eingesetzt. Insgesamt spielt die Esche aber eine geringe Rolle in der Medizin.
Wenn man über die Besonderheiten der Esche (Fraxinus excelsior) redet, darf man die Manna-Esche (Fraxinuns ornus) nicht vergessen.
Hauptprodukt der Manna-Esche ist der getrocknete stark zuckerhaltige Saft, das sogenannte Manna. Es wurde bereits in der Bibel erwähnt, ist aber
mit diesem nicht identisch. Heute noch wird die Rinde der Manna-Esche angeritzt, damit so der süße Saft austritt, der einen hohen Anteil von
D-Mannitol und D-Glucose und Fructose besitzt. Im Juli/August wird der Saft abgesammelt und in kostbare Mannagefäße gefüllt. Der Saft wird zu
einem süßen, honigartigen Sirup verarbeitet. Aufgrund der günstigen Fruchtzucker ist es ein besonders Mittel, das gut bei Verstopfung und anderen
Darmstörungen hilft. Aufgrund seiner schonenden Wirkungsweise wird es besonders Kleinkindern und Senioren empfohlen. Darüber hinaus ist dieser
“Sirup Marinae” ein idealer Zuckerersatz für Diabetiker und wird hier auch in der Zukunft ein breites Verwendungsfeld haben.
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